Mag. Edna Imamović-Topčić

Schulische Sprachlern- und -verwendungserfahrungen in Identitätskonstruktionen migrationsbedingt mehrsprachiger Wiener Jugendlicher am Bildungsübergang nach der Sekundarstufe I

Betreuung: Eva Vetter
Zeitraum: März 2017 – Juni 2020
Kontakt: edna.imamovic@univie.ac.at 

In den letzten Jahrzehnten hat durch den „subjective turn“ die Erforschung der Sprecher_innen-Perspektive allgemein an Bedeutung gewonnen. Die Grundannahme des Dissertationsvorhabens baut auf dieser Perspektive auf und besteht darin, dass das Verwenden und Erlernen von Sprachen in der Schule keinen neutralen Akt darstellt, sondern verwoben ist mit emotionalem Erleben (vgl. Kramsch 2009), aber auch mit Machtverhältnissen und sprachideologischen Diskursen (Busch 2013: 13 ff.; Blommaert/De Fina 2016). Ausgehend von dieser theoretischen Basis werden Übergangsphasen nach der Sekundarstufe I aus einer subjektorientierten Perspektive in den Blick genommen, indem die Wechselwirkung zwischen Identitätskonstruktionen in Narrationen (vgl. Lucius-Hoene/Deppermann 2004: 49) und sprachenbezogenen Positionierungsangeboten an Schulen, die die Proband_innen besuchen/besucht haben ethnographisch und mittels detaillierter Textanalyse erforscht. Ziel des Projektes ist es unter anderem den konstruierten Selbstkonzepten von Schüler_innen am Bildungsübergang in Zusammenhang mit ihrer (migrationsbedingten) Mehrsprachigkeit näherzukommen – in einer Phase, in der oft wichtige Bildungsentscheidungen getroffen werden.