Mag. Barbara Neunteufl

Die Rolle von Self-Assessments im Professionalisierungsprozess von Lehramtsstudierenden. Eine empirische Studie zum Online-Self-Assessment in der LehrerInnenbildung an der Universität Wien

Betreuung: Ilse Schrittesser
Zeitraum: 2015-2019
Kontakt: barbara.neunteufl@univie.ac.at

In der derzeit intensiv geführten Professionalisierungsdebatte spielen Gestaltungsfragen einer qualitativ hochwertigen und den aktuellen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Anforderungen entsprechenden LehrerInnenbildung eine zentrale Rolle. So wird auch die internationale und nationale Auseinandersetzung mit der Frage nach der Eignung von StudieninteressentInnen des Lehramts zunehmend brisanter. Als mögliches Verfahren zur Eignungsabklärung dient neben Eignungstests, Beratungsgesprächen, Assessment-Centers oder mehrstufigen Verfahren das Online-Self-Assessment (OSA). Das OSA ist ein webbasierter Selbsttest für Studieninteressierte vor Beginn des Studiums und gilt als ein wichtiges Instrument bei der Studienorientierung und als Unterstützung bei der Studienwahlentscheidung. 

An der Universität Wien wurde kürzlich ein OSA für Lehramtsstudierende auf Basis der aktuellen Erkenntnisse der Professionalisierungsforschung entwickelt. Exemplarisch von diesem OSA ausgehend werden in der Dissertation relevante Voraussetzungen bzw. Dispositionen diskutiert, aufgrund derer zu erwarten ist, dass die Studierenden das Lehramtsstudium eher erfolgreich durchlaufen. Dabei wird das Ziel verfolgt, aus den verschiedenen Professionalisierungsparadigmen als besonders wichtig geltende Kompetenzen hervorzuheben und herauszuarbeiten, welche theoretischen Überlegungen hinsichtlich der Dispositionen zum Lehramtsstudium bzw. zum LehrerInnenberuf dem OSA der Universität Wien zugrunde liegen. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Studierenden, die das OSA absolviert und das Lehramtsstudium aufgenommen haben, hinsichtlich ihrer pädagogisch-fachdidaktischen Interessen und studienbezogenen Erwartungen in der ersten Phase des Lehramtsstudiums empirisch-quantitativ beforscht und deren Verläufe sichtbar gemacht. Mit der Untersuchung des Entwicklungsverlaufs soll geklärt werden, ob das OSA dazu beigetragen hat, Studierende zu adressieren, deren Interessen und Erwartungen mit dem Studienangebot kompatibel sind und deren professionelle Entwicklung durch das Studium gefördert wird. Es wird angenommen, dass sich sowohl die Interessens- als auch die Erwartungsangaben der Studierenden über den Zeitraum verändern und hinsichtlich der Strukturen des Lehramtsstudiums anpassen. Somit gilt es zu diskutieren, welche Rolle das OSA im Professionalisierungsprozess einnimmt und welche Kompetenzen im Studium erworben werden können bzw. welche günstiger Weise als Dispositionen bereits vor dem Studium in Grundzügen vorhanden sein sollten, um das Lehramtsstudium eher erfolgreich zu absolvieren.

Die Dissertation gibt einen Einblick in die Problematik der Eignungsabklärung von Studieninteressenten und ihren Professionalisierungsprozess in der ersten Phase des Lehramtsstudiums. Diese Erkenntnisse sollen einen Beitrag zur Steigerung der Qualität der LehrerInnenbildung in der Studieneingangsphase leisten und die Treffsicherheit des entwickelten OSA überprüfen.