Katharina Felbermayr, BA BA MA MA

Der Entscheidungsprozess vor und nach dem inklusiven Übergang von SEK I in SEK II

Betreuerin: Assoz. Prof. Mag. Dr. Helga Fasching
Zeitraum: Oktober 2017 - März 2021
Kontakt: katharina.felbermayr@univie.ac.at

Das Dissertationsvorhaben fokussiert einen bislang weniger stark beforschten Übergang, Sekundarstufe (SEK) I in SEK II, und nimmt den dabei stattfindenden Entscheidungsprozess sowohl aus Sicht der Schüler*innen mit Behinderung selbst als auch aus Sicht deren Eltern (mit/ohne Behinderung) in einer qualitativen längsschnittlichen Betrachtung in den Blick. Das Dissertationsvorhaben ist in das vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Forschungsprojekt „Kooperation für Inklusion in Bildungsübergängen“[1] eingebunden, fokussiert aber ausschließlich auf den Übergang von einem in das nächste schulische Setting.

Österreich hat die UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2008 ratifiziert und sich somit zu einem inklusiven Bildungssystem basierend auf Chancengleichheit für alle bekannt. Über ein Jahrzehnt später sind Schüler*innen mit Behinderung in der nicht obligatorischen sekundären und tertiären Bildung immer noch stark unterrepräsentiert (Spandagou 2015). Mit anderen Worten: Das Exklusionsrisiko aus dem Schulsystem nimmt bei Jugendlichen mit Behinderung mit jeder Schulstufe zu (Demmer 2017). Im Zentrum der Dissertation steht daher das Erleben des Entscheidungsprozesses am Übergang von der Pflichtschule in weitere schulische Bildung und zwar aus Sicht der Betroffenen, also aus Sicht der Jugendlichen mit Behinderung und deren Eltern (mit/ohne Behinderung). Das Sample besteht aus 5 Familien. Die Jugendlichen mit verschiedenen Behinderungen und deren Eltern (mit/ohne Behinderung) wurden im Längsschnitt drei Mal mit der Methode des intensive interviewing (Charmaz 2014) befragt: Das erste Interview hat bei allen Teilnehmer*innen am Ende der SEK I stattgefunden (Sommer 2017). Das zweite Gespräch ein Jahr später (Sommer 2018) und das letzte Interview erneut ein Jahr später (Sommer 2019). Dadurch ist es möglich, den Übergangs- und Entscheidungsprozess der befragten Jugendlichen und Eltern ein Stück weit zu begleiten. Das gesamte Forschungsprojekt ist von der konstruktivistischen Grounded-Theory nach Charmaz (2014) geleitet, was neben der Datenerhebung auch die Auswertung der Daten (initial und focused coding) betrifft.

 

Ausführlicher unter: Felbermayr, Katharina (2019): It´s all about the process. Den Entscheidungsprozess vor und nach dem (inklusiven) Übergang von SEK I in SEK II beforschen. In: VHN, 178-190.

 

Quellen:

Charmaz, Kathy (2014): Constructing Grounded Theory. 2nd Edition. Thousand Oaks: Sage.

Demmer, Christine (2017): Ein Schritt nach vorn - ein Blick zurück. Biografieanalytische und intersektionale Betrachtungen von institutionellen Übergängen nach der Schule. In: Fasching, Helga/Geppert, Corinna/Markarova, Elena (Hrsg.): Inklusive Übergänge. (Inter)nationale Perspektiven auf Inklusion im Übergang von der Schule in weitere Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, 95-111.

Spandagou, Ilektra (2015): Inklusive Pädagogik als Herausforderung für Policy und Praxis - internationale und vergleichende Aspekte. In: Biewer, Gottfried/Böh, Eva Theresa/Schütz, Sandra (Hrsg.): Inklusive Pädagogik in der Sekundarstufe. Stuttgart: Kohlhammer, 25-38.

 

 


[1] (Projektnummer: P-29291-G29, Laufzeit: 1.10.2016 bis 30.9.2021; Projektleitung: Assoz. Prof.in Mag.a Dr.in Helga Fasching; Projekthomepage: http://kooperation-fuer-inklusion.univie.ac.at/.)