In Österreich ist Mehrsprachigkeit längst bildungspolitische Realität: Die sprachliche Diversität in Kindergärten, Schulen und Hochschulen nimmt kontinuierlich zu. Vor diesem Hintergrund widmet sich das von Sandra Reitbrecht (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) und Denis Weger (Universität Wien) koordinierte Themenheft grundlegenden Fragen einer systematischen, institutionell verankerten Mehrsprachigkeitsbildung.
Die Ausgabe versammelt Beiträge aus unterschiedlichen Bildungsbereichen:
Verena Blaschitz (Universität Wien) untersucht Einstellungen von Elementarpädagoginnen zu Mehrsprachigkeit im Kindergarten.
Simone Naphegyi (PH Vorarlberg) analysiert den Volksschullehrplan aus der Perspektive einer europäisch orientierten Sprachbildung.
Flora Woltran, Fatima Kandil und Susanne Schwab (Universität Wien) zeigen Spannungsfelder zwischen deklarativer Wertschätzung von Mehrsprachigkeit und monolingualer Praxis in Deutschförderkontexten.
Valéria Schörghofer-Queiroz beleuchtet Zusammenhänge von Sprache, Identität und elterlichem Engagement mehrsprachiger Eltern.
Edna Imamovic und Sarah Mayr (PPH Linz) untersuchen Schulwahlprozesse mehrsprachiger Jugendlicher.
Miriam Weidl und Hannes Schweiger (Universität Wien) präsentieren Ergebnisse aus dem Sparkling-Science-Projekt zum mehrsprachigen Redewettbewerb SAG’S MULTI.
Serena Comoglio und Albert Göschl (Österreichisches Sprachen-Kompetenz-Zentrum) widmen sich der Rolle von Sprachmediation im Fremdsprachenunterricht.
Die Beiträge machen deutlich: Symbolische Anerkennung genügt nicht. Mehrsprachigkeit muss didaktisch reflektiert, curricular verankert und institutionell strukturiert werden – sowohl als Ausgangspunkt von Bildungsprozessen als auch als deren Zielperspektive.
Das Themenheft ist Open Access verfügbar und richtet sich an Forschende, Lehrpersonen, Lehramtsstudierende sowie bildungspolitisch Interessierte, die sich fundiert mit Chancen, Herausforderungen und konkreten Umsetzungsmöglichkeiten einer sprachlich diversen Bildungslandschaft auseinandersetzen möchten.
